Verkauf französischer Ferienhäuser höher besteuert seit dem 1.2.2012

15.04.12
Ferienhaus im Elsass: Steuern beim Verkauf 2012

Das französische Steuerrecht zielt auf Ferienhäuser ab, um die Staatskasse wieder aufzufüllen

Der französische Staat ist derzeit dabei, die Steuerlast der Haushalte deutlich zu erhöhen. Die Erlöse aus dem Verkauf von Ferienhäusern sind davon betroffen. Die erhofften Steuereinnahmen belaufen sich auf 2,2 Milliarden. Der Erlös besteht aus dem Veräußerungsgewinn, d.h. aus der Differenz zwischen dem Verkaufspreis für die Immobilie abzüglich der mit dem Verkauf verbundenen Kosten und dem Einkaufspreis.

Die Immobilienpreise sind zwischen 2001 und 2012 im Schnitt um das 2,5-fache gestiegen. Die Steuerreform ist vor diesem Hintergrund besonders erfolgversprechend für den französischen Staat.

Die Steuerreform betrifft 3,2 Millionen potentielle Häuser und Wohnungen, die als Zweitwohnsitz oder Ferienhaus dienen. Sie bilden einen Zehntel des gesamten Immobilienparks in Frankreich.

Das neue französische Einkommensteuerrecht im Immobilienbereich trifft insbesondere die Eigentümer von Ferienhäusern in Frankreich. Betroffen sind außerdem die Immobilien in Frankreich, die nicht von ihrem Eigentümer selber bewohnt werden, wie insbesondere vermietete Immobilien.

Im Gegensatz dazu werden nach wie vor die Veräußerungsgewinne des Hauptwohnsitzes nach französischen Steuerrecht nicht besteuert.

Kurze Darstellung der neuen steuerlichen Bestimmungen für französische Ansässige und Ausländer

Nach den Bestimmungen des französischen Haushaltsgesetzes Nr. 2011-1977 vom 28.12.2011 wurde die Dauer des Eigentums an einem Ferienhauses bzw. einer Ferienwohnung in Frankreich, ab der keine Besteuerung der Veräußerungsgewinne anfällt, verdoppelt: Bis zum 31.1.2012 war der Veräußerungsgewinn aus dem Immobilienverkauf nach fünfzehn Jahren vollständig steuerfrei. Seit dem 1.2.2012 muss der Hauseigentümer dreißig Jahre warten. Die Steuerentlastung ist progressiv. Der der Besteuerung zugrunde liegende Veräußerungsgewinn wird ab dem fünften Jahr nach Erwerb der Immobilie progressiv herabgesetzt, und zwar wie folgt:

  • um 2% zwischen dem 6. und dem 17. Jahr,
  • um 4% zwischen dem 18. und dem 24. Jahr,
  • um 8% nach dem 24. Jahr

Der Steuersatz bleibt gleich: Er beträgt 19% des Veräußerungsgewinns. Zusammengerechnet mit den Sozialabgaben entsteht eine Gesamtbelastung in Höhe von 32,5%. Europäische Bürger, die ein Ferienhaus in Frankreich besitzen, unterliegen diesem Steuersatz, müssen außerdem aufgrund ihrer beschränkten Steuerpflicht in Frankreich komplexe Formalitäten zur Steuererklärung beachten.

Der Veräußerungsgewinn aus dem Verkauf eines Ferienhauses wird allerdings nicht besteuert, wenn dieser Gewinn in einen Hauptwohnsitz reinvestiert wird. Diese steuerbefreiende Lösung ist jedoch nur dann in Erwägung zu ziehen, wenn der Verkäufer nach Frankreich zieht, und zwar endgültig!

Françoise Berton, französische Rechtsanwältin

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