Besteuerung des Immobilienverkaufs in Frankreich

28.02.13
Gewinne beim Verkauf einer Immobilie in Frankreich

Besteuerung des Gewinns aus Veräußerungen von französischen Immobilien

Vor einem Jahr wurde in Frankreich die Besteuerung des Gewinns aus Veräußerungen von Ferienhäusern verschärft. Wir hatten über diese Reform des französischen Einkommensteuerrechts in einem Artikel vom April 2012 berichtet.

Die Besteuerung eines Ferienhauses in Frankreich im Hinblick auf die Veräußerungsgewinne iwurde kürzlich erneut verschärft. Art. 70 des Haushaltsgesetzes-Nachtrages Nr. 2012-1510 vom 29.12.2012 hat eine neue Steuer eingeführt.

Die Veräußerungsgewinne beim französischen Immobilienverkauf, deren steuerpflichtiger Betrag 50.000,00 Euro übersteigt, unterliegen dieser neuen Steuer. Bebaubare Grundstücke werden vom Anwendungsbereich dieser Steuer ausgeschlossen. Sie findet außerdem keine Anwendung auf Veräußerungen von Hauptwohnsitzen und von Wohnsitzen in Frankreich einer nicht in Frankreich ansässigen Person.

Diese französische Steuer wird dagegen von natürlichen Personen bzw. Personengesellschaften sowie von der Einkommensteuerpflichtigen, die steuerlich ihren Wohnsitz nicht in Frankreich haben,  geschuldet. Die neue Steuer kumuliert sich mit der Grundbesteuerung der Veräußerungsgewinne (19%, und insgesamt 32,5% mit den Sozialabgaben). Die Steuer wird auf der Bemessungsgrundlage der Veräußerungsgewinne ab 50.001,00 Euro nach einem progressiven Steuersatz von 2% auf 6% errechnet. Die Steuer findet auf Immobilienverkäufe ab dem 1.1.2013 Anwendung.

Die Steuererhöhung von Veräußerungsgewinnen an Baugrundstücken wird nicht stattfinden

Die französische Regierung hatte vor, eine weitere Verschärfung der Besteuerung im Immobilienbereich bei Veräußerungen von Baugrundstücken im Rahmen des Haushaltgesetzes 2013 Nr. 2012-1505 vom 29.12.2012 einzuführen.

Art. 15 des französischen Haushaltsgesetzes 2013 sah vor, dass der Freibetrag für das langjährige Eigentum der Immobilien anlässlich der Übertragung von Baugrundstück gestrichen wurde. Diese Streichung des steuerlichen Vorteils aus dem langjährigen Eigentum hatte zum Zweck, die Eigentümer zum schnelleren Verkauf ihrer bebaubaren Grundstücke zu veranlassen. Es war ferner vorgesehen, dass die Grundbesteuerung mit dem festen Prozentsatz von 19% durch die progressive Besteuerung der Einkommensteuertabelle ersetzt werden sollte.

Die Bestimmungen des vorgenannten Gesetzesartikels wurden vom Verfassungsgericht in einer Entscheidung vom 29.12.2012 als verfassungswidrig erklärt. Das Verfassungsgericht hat insbesondere entschieden, dass die geplante Reform über die Grundstücksverkäufe zu einer übermäßigen Steuerlast für die Steuerpflichtigen in Frankreich zur Folge habe.

Françoise Berton, französische Rechtsanwältin

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