Neues Gesetz über die Rente in Frankreich

26.03.14
Rentner und Finanzen
Rentner und Finanzen

Gesetz über die Reform der französischen Rente am 21. Januar 2014

Diese Veröffentlichung des Gesetzes Nr. 2014-10 vom 20. Januar 2014 folgt auf eine Entscheidung des französischen Verfassungsgerichts (Conseil Constitutionnel) vom 13. Januar 2014, das über die Verfassungsmäßigkeit der umstrittenen Vorschriften dieses Gesetzes entschieden hat.

Das neue französische Gesetz führt ab dem 1. Januar 2015 im französischen Rentenrecht ein persönliches Konto zur Prävention von besonders schweren Arbeitsbedingungen („compte personnel de prévention de la pénibilité“) ein. Dabei sind die Bedingungen der Eröffnung eines solchen Kontos, der Umsetzung sowie der Definition der besonders schweren Arbeitsbedingungen noch in einer Verordnung zu bestimmen. Ab dem 1. Januar 2015 wird somit für alle Arbeitnehmer, die in Frankreich Rentenbeiträge leisten und besonders schweren Arbeitsbedingungen ausgesetzt sind, die über das von der Verordnung vorgesehene Maß hinausgehen, ein persönliches Konto zur Prävention der Beschwerlichkeit eingerichtet. Dieses Konto ermöglicht den betroffenen Arbeitnehmern im Laufe ihrer Berufslaufbahn Rentenpunkte zu sammeln.

Neues Rentensystem in Frankreich: Rentenpunkte zur Finanzierung von Leistungen

Die erworbenen Rentenpunkte ermöglichen es, unterschiedliche Leistungen zugunsten des Kontoinhabers zu finanzieren, wie zum Beispiel:

  • eine Berufsfortbildung, die es ermöglicht eine Anstellung zu finden, die gar nicht, oder zumindest weniger, der Beschwerlichkeit ausgesetzt ist,
  • eine Teilzeitstelle,
  • die Erhöhung der Rentenversicherungsbeiträge, die es ermöglicht, vorzeitig in Rente zu gehen.

Ein französischer Fonds zur Finanzierung der Kosten dieser Beschwerlichkeitskonten bzw. zur Prävention von besonders schweren Arbeitsbedingungen soll eingerichtet werden. Dieser Fonds wird insbesondere durch die Beiträge, die von allen betroffenen Arbeitnehmern geleistet werden müssen, und durch die zusätzlichen Beiträge der Arbeitgeber, die ihre Arbeitnehmer effektiv schweren Arbeitsbedingungen aussetzen, finanziert.

Erhöhung der Pflichtbeitragsdauer in Frankreich zum Erwerb des vollen Rentenanspruchs im gesetzlichen Rentenalter

Für französische Arbeitnehmer, die im Jahr 1958 oder später geboren sind, und demnach das gesetzliche Rentenalter ab dem Jahr 2020 erreichen, wird die Rentenbeitragsdauer alle drei Jahre zwischen 2020 und 2035 um ein Quartal erhöht.

Andere wichtige Änderungen des französischen Rentensystems

Es wurden zum Beispiel die Bedingungen zum vorzeitigen Eintritt in den Ruhestand für besonders langjährig Versicherte gelockert. Eine Verordnung soll demnächst die Ereignisse in der Laufbahn eines Mitarbeiters auflisten, die künftig zusätzlich in die Berechnung der Versicherungsjahre einfließen können: Arbeitslosigkeit (zwei zusätzliche Quartale), Bezug eines Ruhegehalts wegen Dienstunfähigkeit (zwei zusätzliche Quartale) und Schwangerschaft (sämtliche Quartale).

Die Dauer eines Praktikums, das im Rahmen einer Berufsfortbildung nach dem 31. Dezember 2014 durch einen Arbeitslosen  ohne Anspruch auf Arbeitslosengeld geleistet wurde, wird der Situation gleichgestellt, in der der Betroffene Anspruch auf Arbeitslosengeld hat. Die Beiträge werden vom französischen Staat übernommen. Anrechnungszeiten für ein höheres Studium können zu einem Vorzugstarif im Laufe von 10 Jahren nach Ende des Studiums aufgekauft werden. Diese Möglichkeit müsste auf vier Quartale beschränkt werden. Studenten können sich außerdem für die freiwillige Bezahlung von Rentenbeiträgen für ein Höchstdauer von zwei Quartalen während Praktikumszeiten in Firmen entscheiden.

Françoise Berton, französische Rechtsanwältin

Alle Urheberrechte vorbehalten

Schreibe einen Kommentar

Votre adresse de messagerie ne sera pas publiée.

* Pflichtangabe

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Vous avez une question sur ce point juridique et avez besoin d’un avocat ?