
Verpfändung der Lagerbestände der französischen Firma
Die Verpfändung des Lagers in Frankreich durch Banken soll künftig einfacher werden Wenn ein französisches Unternehmen Finanzmittel benötigt und hohe Lagerbestände hat, kann es sich als nützlich erweisen, Kreditgebern eine Sicherheit über diese Bestände anzubieten. Die französische Gesetzgebung hat diese Möglichkeit im Jahr 2006 eingeführt. Die Verpfändung der Bestände bleibt allerdings den Kreditinstituten im Rahmen der Kreditvergabe im beruflichen Umfeld…

Abgrenzung zwischen selbständiger Tätigkeit und Arbeitsverhältnis eines ärztlichen Gutachters
Kriterien der Abgrenzung des Arbeitsverhältnisses im ärztlichen Bereich In seiner Entscheidung vom 21.7.2015 (Az. 9 AZR 484/14) hat das Bundesarbeitsgericht nochmals die Kriterien zur Abgrenzung des Arbeitsverhältnisses eines Angestellten von der selbstständigen Tätigkeit klargestellt. Tätigkeit eines medizinischen Gutachters in Servicecentern des MDK Ein medizinischer Gutachter erstellte seit 1991 auf der Grundlage verschiedener Verträge Sachverständigengutachten für den Medizinischen Beratungs- und Begutachtungsdienst…

Markenrechtsreform in Europa mit der Verabschiedung des « Markenpakets »
Änderung im Markenrecht über zwei Gesetzestexte Das Europäische Parlament hat am 16.12.2015 das „Markenpaket“, das aus zwei neuen Gesetzestexten besteht, endlich endgültig verabschiedet. Die Endfassung dieser Texte stand erst nach zahlreichen Diskussionen fest, da sie teilweise die Bestimmungen des nationalen Markenrechts berühren und außerdem viele Themen des Markenrechts ansprechen. Folgende Gesetzestexte werden in der Tat das Markenrecht einigermaßen beeinflussen: Die…

Die Definition des Arbeitsvertrages nach Europarecht und der Geschäftsführer
Der Begriff des individuellen Arbeitsvertrages Der Europäische Gerichtshof (EuGH) bietet in einem jungen Urteil eine Definition des individuellen Arbeitsvertrages an. Das europäische Recht gibt in den wichtigen Verordnungen, die den Begriff des Arbeitsvertrages anwenden, wie zum Beispiel die Verordnung Nr. 44/2001 vom 22.12.2000 (Verordnung Brüssel I) oder die Verordnung Nr. 1215/2012 vom 12.12.2012 über die gerichtliche Zuständigkeit und die Anerkennung…

Koordinierung eines Kartells: Haftung eines Beratungsunternehmens
Kartell unter der Mitwirkung einer Schweizer Beraterfirma In einer Entscheidung vom 11. November 2009 hat die Europäische Kommission gemäß dem Artikel 101 AEUV (Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union) mehrere Unternehmen wegen ihrer Beteiligung an einer Reihe wettbewerbswidriger Vereinbarungen und aufeinander abgestimmter Verhaltensweisen verurteilt. Es handelte sich um ein Kartell zwischen zum einen einem Unternehmen im Bereich Zinnstabilisatoren und…

Ausbleiben der ärztlichen Einstellungsuntersuchung
Pflichten des Arbeitgebers in Frankreich bezüglich der ärztlichen Einstellungsuntersuchung Die Strafkammer des französischen Kassationshofes (Chambre criminelle de la Cour de cassation) hat in zwei Urteilen vom 12.01.2016 entschieden, dass das Ausbleiben der ärztlichen Einstellungsuntersuchung (visite médicale d’embauche) entsprechend dem französischen Arbeitsgesetzbuch mit einer Geldstrafe der 5. Klasse bewehrt ist. Der Kassationshof hat außerdem betont, dass der Arbeitgeber das tatsächliche Stattfinden…

Persönliche Haftung des Geschäftsführers aufgrund einer missbräuchlichen Klage
Haftung des französischen Geschäftsführers gegenüber Dritten in einem jungen Urteil bestätigt Der Geschäftsführer einer französischen Gesellschaft mit begrenzter Haftung verklagt einen Bauträger, um dessen Bauvorhaben auf künstliche Weise zu verhindern. In einem am 10.11.2015 ausgesprochenen Gerichtsurteil erläutert die Handelskammer des französischen Kassationshofes (Cour de cassation) erneut den Begriff des vom französischen Geschäftsführers begangenen vorsätzlichen, besonders schwerwiegenden, aus diesem Grund vom…

Neuigkeiten über die Pflicht zur Weiterbeschäftigung im Ausland
Ausführungsverordnung des Macron-Gesetzes über die Weiterbeschäftigung von Mitarbeitern im Ausland Die Ausführungsverordnung Nr. 2015-1638 vom 10.12.2015 legt die Einzelheiten der Vorgehensweise bei der Weiterbeschäftigung im Ausland innerhalb der Unternehmensgruppe von Arbeitnehmern anlässlich ihrer betriebsbedingten Kündigung aus wirtschaftlichem Grund in Frankreich fest. Die Verpflichtung des Arbeitgebers zur Weiterbeschäftigung ins Ausland ergab sich zunächst aus richterlichen Entscheidungen. Der Grundsatz der Pflicht zulasten…

Ausländischer Gläubiger und Forderungsanmeldung
Welche Anschrift des Gläubigers gilt für die Forderungsanmeldung in Frankreich? Das Berufungsgericht von Montpellier hat jüngst die Gelegenheit gehabt, zu klären, dass mit dem Sitz des Gläubigers im Sinne des Artikels R. 622-24 des Handelsgesetzbuches für die Forderungsanmeldung der Gesellschaftssitz der Gläubigergesellschaft gemeint ist, ob diese nun einen Standort in Frankreich besitzt oder der Forderungsanmelder in Frankreich wohnhaft ist. Eine…

Betriebsbedingte Kündigung und Weiterbeschäftigung des Mitarbeiters im Ausland
Das Bundesarbeitsgericht hat sich in einem Urteil vom 24.09.2015 – 2 AZR 3/14 mit dem Umfang der Verpflichtung des Arbeitgebers, den Arbeitnehmer zur Vermeidung einer Beendigungskündigung an einem anderen – freien – Arbeitsplatz zu beschäftigen, gemäß § 1 II 2 und 3 KSchG (Kündigungsschutzgesetz) auseinandergesetzt. Streichung der Arbeitsstelle in Deutschland Die Beklagte betrieb eine Bank mit Sitz in der Türkei…

Die Gerichtszuständigkeit bei der Kündigung eines Handelsvertretervertrags
In einer Entscheidung vom 06.10.2015 hat sich der französische Kassationshof Cour de cassation über die örtliche Zuständigkeit über Klagen im Zusammenhang mit der Kündigung eines Handelsvertretervertrags in Anwendung der EG-Verordnung Nr. 44/2001 vom 22.12.2000 (Brüssel I-Verordnung) ausgesprochen.Konkret ging es um die Ausgleichszahlung. Gemäß Artikel 5 § 1-a dieser Verordnung kann eine Person, die ihren Wohnsitz im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats hat,…

Verweis auf der Vorderseite eines Vertragsdokuments auf die AGBs auf der Rückseite
In der vorliegenden Entscheidung der Handelskammer des französischen Kassationshofs (Cour de cassation) vom 02.06.2015 hat das Gericht sich im französischen Vertragsrecht die Frage der Gültigkeit des Verweises auf der Vorderseite eines Vertragsdokuments auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die auf der Rückseite des Dokuments stehen, gestellt. Die Wirksamkeit der Allgemeinen Geschäftsbedingungen auf der Rückseite eines Leasingvertrags Der Tatbestand der kommentierten Entscheidung war…

Unternehmenskauf in Frankreich: Die sechs juristischen Etappen
Frankreich bietet zahlreiche Möglichkeiten zum Kauf von auf dem Markt etablierten Unternehmen, die keinen Nachfolger oder Finanzierungs- bzw. Strategie-Probleme haben. Sicher kann ein insolventes Unternehmen gekauft werden. Oft muss das Unternehmen jedoch aus Ruinen neu aufgebaut werden. Dies kostet deutlich mehr Energie und Zeit als der Kauf eines gesunden Unternehmens. Wenn das Zielunternehmen gefunden wurde, ist es wichtig, so früh…

Sozialplan und Antrag auf Beihilfe eines Steuerberaters
Zuziehung eines Steuerberaters im Rahmen des Sozialplans und Finanzierungsablehnung Artikel L. 1233-34 des Arbeitsgesetzbuches sieht nach französischem Arbeitsrecht für den Betriebsrat die Möglichkeit der Mitarbeit eines Steuerberaters im Falle der geplanten Kündigung von mindestens zehn Arbeitnehmern in einem Betrieb mit mehr als 50 Beschäftigten innerhalb eines Zeitraumes von dreißig Tagen vor. In einem Urteil vom 21.10.2015 hat das oberste französische…

Käufer eines Handelsgeschäfts und rechtsmissbräuchliche Auflösung einer langen Geschäftsbeziehung
Rechtsmissbräuchliche Auflösung einer langen Geschäftsbeziehung nach französischem Recht und Berechnung der Dauer Aufgrund der spezifischen Wesensart der Handelsbeziehungen, die zwischen Wirtschaftsbeteiligten stattfindet, hat der französische Gesetzgeber durch den Artikel L. 442-6,I,5° des französischen Handelsgesetzbuches vorgesehen, dass die Auflösung feststehender und regelmäßiger Geschäftsbeziehungen durch eine der Parteien nicht zu „abrupt“ sein darf. Die Partei, die diese Beziehungen beenden möchte, muss eine…

Rückgang des Umsatzes des Handelsvertreters und schuldhaftes Verhalten
In einer Entscheidung Nr. 14-14.396 vom 09.06.2015 hat die Handelskammer des französischen Kassationshofs (Cour de cassation) nach französischem Handelsvertreterrecht entschieden, dass ein französischer Handelsvertreter, dessen Umsatz im laufenden Jahr um mehr als die Hälfte im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist, sich schuldhaft verhalten hat, so dass der Ausgleichsanspruch ihm nicht zusteht. Kein Ausgleichsanspruch des Handelsvertreters in Frankreich bei schuldhaftem Verhalten…

Die Reform der Sonntags- und Nachtarbeit
Ziele des Macron-Gesetzes bezüglich der Nacht- und Sonntagsarbeit im französischen Arbeitsrecht Das sogenannte „Macron-Gesetz“, d.h. das Gesetz Nr. 2015-990 vom 06.08.2015 „für Wachstum, Aktivität und Chancengleichheit“ lockert unter anderem die Gesetzgebung bezüglich der Öffnung der Geschäfte am Sonntag und an den Abenden in Frankreich. Diese Bestimmungen des Macron-Gesetzes, die am 08.08.2015 in Kraft getreten sind, sind zwar nicht die wichtigsten,…

Schaden bei Abwerbung von Kunden und unlauteren Wettbewerb
Gründen ehemalige Arbeitnehmer einer Gesellschaft eine Konkurrenzfirma und sinkt deren Umsatz, Vorsicht mit dem Schadensersatzanspruch.

Lockerung der Bedingungen zur Abtretung eines Nutzungsrechtes von öffentlichem Eigentum
Oft verfügt der Verkäufer im Rahmen eines Unternehmenskaufs über ein befristetes Nutzungsrecht des öffentlichen Eigentums aus einem öffentlich-rechtlichen Vertrag. Es kann sich je nach Tätigkeit unter anderem um die Nutzung eines Bürgersteigs, eines Hafens oder eines Strandes handeln. Diese Verträge sind im Prinzip aufgrund ihrer strikt personenbezogenen und befristeten Natur nicht auf andere Personen übertragbar. Eine junge Rechtsprechung eröffnet jedoch…

Organschaft und Dividendenausschüttung aus Frankreich
Französische Organschaft und Dividendenausschüttung Im französischen Steuerrecht unterliegen die Dividenden, die von einer Tochtergesellschaft an ihrer Muttergesellschaft ausgeschüttet werden, nicht der Körperschaftsteuer, wobei 5% dieser Dividenden als Aufwendungen dem der Körperschaftsteuer unterliegenden Gewinn erfasst werden. Werden diese Dividenden von einer Körperschaft ausgeschüttet, die einer köperschaftsteuerlichen Organschaft gehört, kann diese Hinzurechnung des Anteils für Aufwendungen neutralisiert werden. Somit sind die Dividenden…
